Gesundheits- und Ernährungsforschung

Ernährung im Wandel

Die Kontextbedingungen des Essens haben sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend geändert. Standen bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts Versorgungsprobleme im Vordergrund, ist die Lage heute durch ein Überangebot gekennzeichnet. Die fast unbegrenzt scheinenden Möglichkeiten zu essen stellen die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Zubereitungskompetenzen, Wertschätzung und soziale Routinen des Essens (Rhythmisierung durch feste Essenszeiten und Essen in Gemeinschaft) stehen in Gefahr der allgegenwärtigen Verfügbarkeit des Essens nicht standhalten zu können. Durch die zunehmende Individualisierung des Essens und den Verlust der sozialen und kulturellen Einbettung sind wir dem Überangebot weitgehend schutzlos ausgeliefert. Auf der anderen Seite sind Essen und Gesundheit durch Globalisierung und Industrialisierung des Ernährungsmarktes und damit einhergehende wiederkehrende Lebensmittelkrisen gefährdet. Die Moralisierung von Gesundheit und gesundem Essen nimmt als Gegenbewegung zu Überversorgung und Individualisierung sowie zu Lebensmittelskandalen zu. Auf der Suche nach Halt und Mäßigung bestimmen zunehmend neue Ideologien den Ernährungsdiskurs.

Unser Forschungsansatz

Wir forschen zu aktuellen gesellschaftlichen Problemlagen im Bereich Ernährung und Gesundheit. Mit einem sozial-ökologischen Ansatz tragen wir der Erkenntnis Rechnung, dass ökologische, ökonomische, soziale und technische Problemlagen miteinander verschränkt sind und zu ihrer Lösung transdisziplinäre, problemorientierte Forschungsansätze gefragt sind.

KATALYSE Institut leitet Verbundforschungsprojekt: ,Vernetzte kommunale Gesundheitsförderung für Kinder‘

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,Vernetzte kommunale Gesundheitsförderung für Kinder‘ – kurz: ,Gesund Aufwachsen‘ ist ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben von insgesamt sechs Verbundpartnern. Die Partner stammen aus den Bereichen Ernährung, Bewegung, seelische Gesundheit und Integrationsforschung, Gesundheit bei Schuleingang sowie Wissenstransfer. Neben der Leitungs- und Koordinierungsfunktion übernimmt das KATALYSE Institut das Modul „Ernährung und Soziale Teilhabe“.

Forschungsgegenstand ist die kommunale Gesundheitsförderung für Kinder in Form von sogenannten Präventionsnetzwerken. Das Ziel hierbei ist, dass Kinder unter möglichst gleichen Startbedingungen gesund aufwachsen. Der Verbund untersucht das Zusammenwirken lebenslauforientierter Angebote und erarbeitet praxisorientiert Empfehlungen. Ein besonderer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf dem Zugang von Familien in herausfordernden Lebenslagen und mit Einwanderungsgeschichte. Zudem werden Optimierungsmöglichkeiten für den Informationsaustausch der kommunalen Akteure über das Internetportal inforo-online.de erarbeitet.
Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert. Die Verbundpartner sind das KATALYSE Institut (u. a. Leitung), die Deutsche Sporthochschule Köln, das Institut für Sportwissenschaft der Universität Münster, die Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung der Universität Duisburg-Essen, das Centre for Health and Society der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Weitere Kooperationspartner sind die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und das Zentrum für Kinderund Jugendforschung der Evangelischen Hochschule Freiburg.
Mehr Informationen zum Vorhaben erhalten Sie auf der Website gesundaufwachsen.net.


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