Neue Konzepte zur Vermeidung von krankhaftem Übergewicht bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen
Das Institut für Soziologie der Leibniz Universität in Hannover und das KATALYSE Institut für angewandte Umweltforschung in Köln starten im April eine auf drei Jahre angelegte interdisziplinäre Studie, die neue Wege der Adipositasprävention für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche aufzeigen wird.
Ziel des Projektes ist es, die Adipositasprävention für die Zielgruppe der 12-16jährigen Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Verhältnissen zu verbessern. Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen – Ernährungs- und Risikosoziologie, Oecotrophologie, Ernährungsphysiologie und Synergetik – gehen der Frage nach, was die betroffenen Kinder und Jugendlichen als hilfreich bei ihren Bemühungen um eine gesunde Ernährung empfinden und wie Präventionsangebote aus ihrer Sicht gestaltet werden müssten.
Die Studie schließt unmittelbar an das von Prof. Dr. Renn (Internationales Zentrum für Kultur- und Technikforschung ZIRN der Universität Stuttgart, das als weiterer Projektpartner an der Empirie beteiligt ist) geleitete Projekt Übergewicht und Adipositas bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen als systemisches Risiko an.
In der explorativen Forschungsphase werden in zwei parallel laufenden empirische Untersuchungen
- − auf Grundlage von nach Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund differenzierten Gruppendiskussionen (deutsche Abstammung / türkischer Migrationshintergrund) zielgruppenspezifische Präventionsstrategien entwickelt (Universität Hannover und KATALYSE Institut) und
- gemeinsam mit Experten Schlüsselfaktoren im Handlungsfeld herausgearbeitet und bewertet und mithilfe der Cross-Impact-Analyse systemische Wirkungen identifiziert (ZIRN).
Aufbauend auf den Ergebnissen dieser empirischen Studien wird ein Leitfaden zur Evaluierung von Adipositas- Präventionsmaßnahmen entwickelt mithilfe dessen ausgewählte Präventionsangebote analysiert und gegebenenfalls neu gestaltet werden. Das besondere an diesem Leitfaden ist, dass er an den Bedürfnissen und Sichtweisen der Zielgruppen ansetzt.
Zentraler Kooperationspartner der primären Prävention ist die AOK Niedersachsen, mit der explorative Forschungsphase durchgeführt und das innovative Evaluationsinstrument entwickelt und wird. An der Überführung in die Praxis beteiligen sich als weitere Partner die AOK Baden- und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Baden-Württemberg sowie die für Ernährung zuständigen Landesministerien in Baden Württemberg (Ministerium für Ernährung und Ländlichen NRW (Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz).
