Reader der EU-Konferenz: "Tierschutz - Verbesserung durch Kennzeichnung?" erschienen
Köln, den 28.06.2007: Im Rahmen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft soll die Diskussion um die Kennzeichnung von Lebensmitteln aus artgerechter Tierhaltung EU-weit voran gebracht werden. Hierzu veranstaltete das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gemeinsam mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und der EU-Kommission am 28. März 2007 in Brüssel die Konferenz: "Tierschutz - Verbesserung durch Kennzeichnung?" Das KATALYSE hat die Konferenz vorbereitet, durchgeführt und die Dokumentation in Form eines Readers im Auftrag des BMELV erstellt, der nun vorliegt.
Wie kann man Tierschutz sichtbar machen? Wie kann der Absatz von Produkten aus artgerechter Tierhaltung erhöht werden? Welche Voraussetzungen muss eine EU-weite Kennzeichnung erfüllen, damit eine artgerechte Tierhaltung in der Landwirtschaft voran gebracht wird? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Konferenz "Tierschutz - Verbesserung durch Kennzeichnung?".
Auf der Konferenz, die in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und der EU-Kommission durchgeführt wurde, stellten Marktteilnehmer, Verbände, Politik und Forschung den aktuellen Wissensstand vor und diskutierten mögliche Ansätze und Schritte zu einer europaweiten Tierschutzkennzeichnung. Eine erste Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zur Tierschutzkennzeichnung wurde auf der Konferenz vorgestellt. Das übergeordnete Ziel der Tierschutzkonferenz war die Skizzierung von möglichen Eckpunkten für eine EU-weite Tierschutzkennzeichnung, die bei den Akteuren breite Akzeptanz findet und an die die EU-Kommission mit weiteren Vorschlägen anknüpfen kann.
Mit dem Aktionsplan Tierschutz hatte die EU-Kommission ihre Tierschutzinitiativen bis zum Jahr 2010 vorgestellt. Ein Ziel ist die Einführung wissenschaftlich anerkannter Tierschutzindikatoren. Diese können die Durchsetzung von Tierschutzvorschriften erleichtern und die Einführung einer EU-weiten Kennzeichnung ermöglichen. Kann ein entsprechendes Label den Absatz von Produkten aus besonders artgerechter Tierhaltung fördern? Eine solche Qualitätskennzeichnung sollte einheitlich, leicht verständlich und wissenschaftlich untermauert sein. Erst dann können Verbraucherinnen und Verbraucher wählen und entsprechend entscheiden, ob sie Produkten, die höheren Standards entsprechen, den Vorzug geben oder nicht.