Tierschutz mit Messer und Gabel

Köln, 07.11.2017: „Tierschutz mit Messer und Gabel“ ist ein Buch, das aufzeigt, dass man Nutztiere auch tierfreundlich halten kann.

Im Buch „Tierschutz mit Messer und Gabel“ geht es um das gesellschaftlich kontrovers diskutierte Thema einer artgerechten Tierhaltung. Und da macht die Autorin Andrea Flemmer von Anfang an klar, dass es in Ihrem Buch nicht um eine ideologische Debatte einer fleischfreien Ernährung geht, sondern darum die Lebensumstände der Nutztiere zu verbessern. Denn man kann Nutztiere deutlich tierfreundlicher halten als es heute in weiten Teilen der Tierhaltung geschieht.

Die Autorin geht auf die Massentierhaltung und die Fehlentwicklungen der industrialisierten Tierhaltung ein. Sie erklärt den Begriff „artgerecht“ sowie die europäischen Kriterien des ökologischen Landbaus, der deutschen Bioverbände und von Neuland sowie die wichtigsten „Fleisch-Siegel“ auf dem deutschen Markt.

Der zweite Teil des Buches zeigt eindrücklich, dass eine Tierhaltung mit deutlich mehr Tierschutz und Tierwohl in Deutschland möglich ist. Eins ist klar: Eine artgerechte Tierhaltung braucht mehr Platz und auf einen Teil der Tiertran

sporte zu Schlachthöfen muss verzichtet werden. So können z.B. Rinder auf der Weide geschossen werden, wodurch für die Tiere ein stressfreies Sterben möglich wird. Sie zeigt etliche Alternativen zur industrialisierten Tierhaltung: Betriebe, die keine männlichen Küken schreddern, sondern Zweinutzungshühner einsetzen, so dass die Brüder der Legehennen gemästet und später vermarktet werden. Und – das „neue Hähnchenfleisch“ schmeckt anders als gewohnt und hat Potenzial ein Premiumprodukt zu werden. Sie zeigt Tierhaltung, die auf Enthornung verzichten und stattdessen Hornkugeln verwenden, die mobile Ställe für die Freilandhaltung von Legehennen nutzen, eine muttergebundene Kälberaufzucht praktizieren und auf Schnabelkürzen bei Hühnern und Puten sowie betäubungslose Ferkelkastration verzichten können. Alle diese Beispiele wirken überzeugend, da das Buch beeindruckende Fotos aus der Praxis tiergerechter Haltung enthält.

Nach Studium des Buches bleibt am Ende die Botschaft, wir sollten den Fleischkonsum auf ein vernünftiges Maß reduzieren, auch weil dann keine Sojaimporte aus Südamerika notwendig sind. Wenn alle Deutschen einmal in der Woche vegetarisch essen, müssten jährlich 140 Millionen Tiere weniger geschlachtet werden. Ohnehin empfehlen Mediziner und die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nur zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch, das sind insgesamt höchstens 500 Gramm. Weniger Fleisch bedeutet, dass Verbraucher sich dann hochwertigeres Fleisch, Wurst und Eier leisten könnten. Andrea Flemmer rät als Alternative zu konventionellen Produkten zu Fleisch, Wurst und Eiern aus ökologischem

Landbau. Das können Bioprodukte nach EU-Bio-Standard oder Neuland-Kriterien sein oder besser noch von den deutschen Bioverbänden (Bioland, Naturland, Demeter, Biokreis, Biopark etc.), die noch strengere Tierhaltungskriterien haben.

„Tierschutz mit Messer und Gabel“ gibt umfassende Information zur konventionellen und einer tiergerechteren Bio-Tierhaltung. Es gibt Orientierung in der Debatte um die Tierhaltung in Deutschland und ist ein Muss für Verbraucher mit kritischem Blick.

 

 

Details:

  • Tierschutz mit Messer und Gabel
  • Herausgeber: Dr. Andrea Flemmer
  • Verlag: Spurbuchverlag
  • Release: 7. Oktober 2015
  • Seiten: 288
  • ISBN: 978-3-88778-456-0
  • Preis: 29,80€